diese Seite wurde veröffentlich am 16.11.2008

RC Pfeil Augsburg 1897 e. V. 

 Entstehungsgeschichte

Aus der Vereinschronik des RC Pfeil Augsburg e. V.

Anläßlich der 100 Jahr Feier und des damit verbundenen Festaktes am 24.10.1997 hat unser damaliger Vorstand Herr Kurt Ernst eine kurze geschichtliche Entwicklung des Vereines gezeichnet.

Angefangen hat alles während des Sommers 1896. Dort traffen sich zu gelegentlichen Spazierfahrten verschiedene Herren. Die Zahl derer wurde in der Folge immer größer und es wurde der Wunsch laut einen Radfahrerverein zu gründen. Der Gedanke fand Anklang und so wurde am 20. September 1896 im Kaffee Dilger später Gaststätte Brühlbrücke, heute eine Wohnhaus, in Anwesenheit von 20 Herrn die Gründungsversammlung abgehalten. Als geschäftsführender Vorstand wurde Herr Rauschwitz bestellt. Der nun neugeborene Verein erhielt durch Stimmenmehrheit den Namen Arbeiter Radfahrerbund Augsburg und Umgebung. Nach der Satzung durfte innerhalb des Bundes keine Politik getrieben werden. Der Monatsbeitrag wurde auf 20 Pfennig festgelegt. Eine Aufnahmegebühr wurde nicht erhoben. Als Bundeslokal wurde das Caffee Dilger bestimmt. Die nun alle vier Wochen stattfindenden Monatsversammlungen gingen Ihren gewohnten Gang.

Am 2. Januar 1897 wurde dann ein Herr Hans Kubach in den Bund aufgenommen. Er wurde zum Fachwart bestellt. Der Bund wurde immer größer und bekam einen festen Halt. Die jungen Mitglieder wollten den Anschluß an den Verband: Zur Wahrung der Interessen Bayerischer Radfahrer, was auch geschah. Nach einer Neuwahl der Vorstandschaft ging ein Herr Schäffler als Vorsitzender hervor, aber diesem Herrn wollte es nicht gelingen den Bund in ein ruhiges Fahrwasser zu leiten. Der Bund wurde der Solitarität angeschlossen. Nach kaum zwei monatiger Zugehörigkeit zur Solidarität, setzte Herr Schäffler mit seinen Getreuen durch, daß der Eintritt in den Verband zur Wahrung der Interessen der Bayerischen Radfahrer getätigt wurde. Aus dem Protokoll vom 3. Dezember 1898 ist zu entnehmen, daß die Herren Kubach, Heiß, Engelmann, Ernst Martin und noch verschiedene Herrn auf Änderung des Namens eintraten und schlugen den Namen Radfahrer Club Pfeil vor.

In der nachfolgenden Vorstandschaft wurde Herr Hans Heiß zum Vorstand bestellt. Das Clublokal wurde in die Gaststätte Hirschgraben in der Schülestraße verlegt. Der Club umfasste nun 40 Mitglieder. Das nun Einigkeit und Liebe zum Radsport herrschte, geht daraus hervor, daß am 3. August 1902 die Weihe unserer Standarte im damaligen Röschgarten Kohlergasse, zu der die Allgemeine Radfahrer Union Augsburg (Später Union Wanderer heute R. V. Wanderer Augsburg) Pate stand. Der Mitgliederstand vergrößerte sich nun (110 Mitglieder) und wir waren gezwungen unser Clublokal in die neuerbaute Gaststätte "Rheingold" zu verlegen. Radfahrer Club Pfeil und Rheingold diese Namen sind eng verbunden. Für beide Namen brachten die folgenden Jahre eine Blütezeit.

1927 wurde die Selektionsmeisterschaft im 2er und 3er Radball errungen. Dann kam mit dem 2. Weltkrieg wieder eine schwere Prüfung auf den Verein zu und viele der aktiven Fahrer mußten an die Front und so mancher kam nicht mehr zurück. Von einem Vereinsgeschehen konnte nicht mehr gesprochen werden.

Erst 1949 konnte man den Verein wieder aufleben lassen und am 28. Mai 1949 war die erste Monatsversammlung nach dem 2. Weltkrieg und dem totalen Zusammenbruch des deutschen Reiches. Bei dieser Versammlung wurde unser bewährter Paul Ritter wieder zum 1. Vorstand gewählt.

Am 22.4.1950 wurde Sportfreund Philipp Wahlmit seiner Haunstetter Kunstradgruppe in den Verein aufgenommen. Bereits 1958 wurde Gerhard Bader Bayerischer Jugendbester im Einer Kunstradfahren.

Am 1. Mai 1959 wurde der vor einigen Jahren aus dem Verein ausgetretene Josef Altstetter mit seiner Kunstkraftsport-Abteilung wieder in den Verein aufgenommen. Bereits im gleichen Jahr konnte seine Gruppe die 4 Grunex, bestehend aus den Sportfreunden Friedrich Grunewald (gest. 29.6.1961), Berthold Müller, Horst Gall und Walter Lechner, im Kunstkraftsport den Deutschen Meistertitel für den Verein erringen. Dieser Titel konnte in den Jahren 1960,1961,1963 und 1964 erfolgreich verteidigt werden. 1962 wurde Sie durch den Tod ihres Vereinskameraden Grunewald Vice-Meister, an seiner Stelle wurde Stephan Tremel der 4. Mann.

Im November 1965 mußten wir unseren langjährigen Vorstand und Ehrenvorstand Paul Ritter zu Grabe tragen. Es war ein schwerer Verlust für unseren Verein.

Das Jahr 1967 brachte uns nicht nur das 70 jährige Vereinsjubiläum, es sollte auch ein Meilenstein in der Geschichte des Radsports werden. Ging unser Verein als erster daran den Radsport der breiten Bevölkerungsschicht zu öffnen und plante als erster Verein Deutschlands ein Volksradfahren. Das erste Volksradfahren am 27. August 1967 zum 150-ten Jahr des Fahrrades wurden dann noch 4 weitere Volksradfahren in den Jahren 1968,1969,1970 und 1971 durchgeführt. Diese Idee griff nun auf das ganze Bundesgebiet um und hat bis heute angehalten.

1969 wurde von unserem Verein die Bayerische Hallenradsport Meisterschaft in der Augsburger Sporthalle ausgerichtet. Dies sollte die Probe für die im Jahr 1971 durchgeführte Deutsche Meisterschaft sein. Diese Meisterschaft wurde am 10./11. September 1971 ebenfalls in der Augsburger Sporthalle durchgeführt. Leider ist das Wanderfahren fast ganz aus unserem Verein verschwunden, aber wer traut sich heute bei diesem Verkehr noch in der Gruppe zu fahren.

Soweit aus der Chronik.

Und wie stellte sich der Verein heute dar?

Die Mitgliederzahl pendelt immer um die 100 zahlenden Mitglieder. Im wesentlichen bestehen die Vereinsabteilung noch aus drei Teilbereichen. Dies sind Kunstrad, Waldlauf und Radsport.

In diesen Fachbereichen wird für groß und klein, jung und alt hervorragende Arbeit geleistet. Um nur einige zu nennen: Schwäbische Meister im Bereich Kunstradsport, "Die" Waldlaufserie des RC Pfeil und das Rad-Tourenprogramm für Rennrad und MtB.

Die im letzten Jahr neu angetreten Vorstandschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den RC Pfeil Augsburg auf in Zukunft als feste Größe in der Augsburger Vereinslandschaft zu präsentieren.